Durch die Weite Patagoniens

Bei bestem Wetter auf dem Mirador del Condor.
Bei bestem Wetter auf dem Mirador del Condor.

Unsere erste Station in Chile heißt Patagonien. Unser Plan ist, zunächst vier Tage im Torres del Paine Nationalpark zu zelten. Danach wollen wir in den argentinischen Teil Patagoniens fahren und dort El Calafaté und El Chaltèn besuchen.

Start mit Jetlag

Wir fliegen Sonntagabend, den 1. März, in Auckland los und kommen nach 11 Stunden Flug Sonntagnachmittag, den 1. März, in Santiago an. Wir haben nun acht Stunden Zeitverschiebung zu Neuseeland. Zu allem Übel wurde auch noch unser Weiterflug am näcshten Tag nach Punta Arenas auf 4:30 Uhr in der Nacht verlegt. So müssen wir Mitten in der Nacht wieder aufstehen. Vorher Schlafen ging auch nicht gut, schließlich war für unsere Körper ja noch Nachmittag.

Sonnenaufgang kurz vor unserer Landung in Punta Arenas.
Sonnenaufgang kurz vor unserer Landung in Punta Arenas.

Bei der Landung in Punta Arenas sind wir folglich ziemlich müde. Doch Schlafen können wir jetzt nicht. Es ist ja schließlich früher Morgen, wir müssen unseren Mietwagen abholen und einkaufen. Danach stehen noch drei Stunden Fahrt nach Puerto Natales an. Die Kinder schlafen im Auto direkt ein und zumindest einer von uns Erwachsenen kann schlafen, während der andere fährt. Mit stündlichem Fahrerwechsel klappt es ganz gut.

Jetlag, kaum geschlafen und dann noch nur geradeaus. Länger als eine Stunde am Stück fahren geht da nicht.
Jetlag, kaum geschlafen und dann noch nur geradeaus. Länger als eine Stunde am Stück können wir nicht fahren.

Mit dem Zelt in den Nationalpark

Auch in Puerto Natales können wir nicht direkt schlafen. Wir müssen für die nächsten Tage noch Schlafsäcke, Isomatten und ein Zelt ausleihen. Nach dem Abendessen fallen wir dann schließlich todmüde ins Bett und schlafen erstmal 12 Stunden lang.

Am nächsten Tag geht es dann weiter in den Nationalpark Torres del Paine. Bei bestem Wetter und toller Fernsicht können wir die Berge schon von Weitem sehen. Wir fahren zum Camping Pehoé im Süden des Parks. Es ist noch nicht zu spät und so machen wir noch eine kurze Wanderung zum Mirador del Condor, die direkt am Campingplatz startet.

Wir bekommen die Condore ganz nah zu sehen.
Wir bekommen die Condore ganz nah zu sehen.

Die Wanderung lohnt sich, denn vom Mirador können wir nicht nur Condore sehen, sondern haben auch einen tollen Rundumblick. So genießen wir schonmal aus der Ferne die berühmten Torres hier. Auf dem Zeltplatz haben wir zum Glück auch einen schönen Blick. Am Abend beobachten wir sogar einen größeren Lawinenabgang in der Ferne. Nachts im Zelt hören wir immer weider das Grollen abgehender Lawinen.

Toller Ausblick von unserem Zeltplatz am Lago Pehoe.
Toller Ausblick von unserem Zeltplatz am Lago Pehoe.

Die nächste Nacht verbringen wir auf dem Camping Central. Hier ist es zwar recht voll, doch der Platz ist sehr weitläufig, sodass es nicht eng wirkt. Allerdings sind die sanitären Einrichtungen für die Zahl der Menschen doch etwas spärlich.

Auch bei gutem Wetter kann es hier ganz schön windig werden. Das haben wir bei einem Stop am Salto Grande gemerkt.

Aufstieg zum Mirador Base del Torres

Unser ursprünglicher Plan war, am folgenden Tag erstmal zum Refugio El Chileno aufzusteigen und dann am nächsten Tag den Rest zu den Torres zu gehen und von dort wieder komplett abzusteigen. Da es aber am nächsten Tag regnen soll, beschließen wir den kompletten Aufstieg direkt zu machen. Das bedeutet 600 Höhenmeter und 13 km Gesamtstrecke mit dem Abstieg zum El Chileno. Für die Kinder ist es heute anstrengender als sonst, denn sie müssen den Rucksack mit ihrem Schlafsack selber tragen.

Am frühen Morgen beginnen wir mit dem Aufstieg.
Am frühen Morgen beginnen wir mit dem Aufstieg.

Bis zum El Chileno ist der Weg aber gut zu gehen und dann können wir zum Glück einen großen Teil unseres Gepäcks dort lassen. Auch die Kinder müssen ihre Rucksäcke für den restlichen Aufstieg nun nicht mehr schleppen. Der Weg geht jetzt noch eine ganze Weile durch den Wald und zunächst noch recht flach weiter. Erst auf den letzten 1,5 km wird es steiler. Jetzt geht es auch aus dem Wald heraus. Es ist ein sehr sonniger Tag mit toller Sicht. Das hat sicher viele Menschen zu der Wanderung motiviert, denn der Weg ist jetzt sehr voll. Der letzte Kilometer ist eine fast durchgehende Menschenkolonne.

Großer Ansturm auf die Torres bei strahlendem Sonnenschein.
Großer Ansturm auf die Torres bei strahlendem Sonnenschein.

Meist geht es jetzt über Geröll und Felsen, was den Endspurt zum Aussichtspunkt nochmals sehr anstrengend macht. Der Anblick der Torres unter dem wolkenlosen Himmel ist dafür überwältigend. Wir machen eine längere Pause auf den Felsen in der Sonne.

Am Ziel angekommen. Die Aussicht auf die Torres ist perfekt.
Am Ziel angekommen. Die Aussicht auf die Torres ist perfekt.


Nach der Nacht im Zelt am El Chileno Resort steigen wir wieder ins Tal. Das Wetter ist jetzt wirklich deutlich schlechter. Es regnet leicht und die Spitzen der Torres verschwinden in den Wolken.

Abstieg im Regen am nächsten Tag. Das zeigt wieviel Glück wir mit dem Wetter hatten.
Abstieg im Regen am nächsten Tag. Das zeigt, wieviel Glück wir mit dem Wetter hatten.

Durch endlose Weite nach El Calafaté

Nach einer weiteren recht windigen Nacht im Zelt fahren wir zurück nach Puerto Natales um Schlafsäcke und Zelt abzugeben. Den Zeltverleiher fragen wir, welcher Grenzübergang am besten ist, um nach Argentinien zu fahren. Er empfiehlt uns den nördlichen Übergang bei Cerro Castillo zu nehmen, weil die Straße dort besser sei. Der Tipp entpuppt sich aber als nicht so toll, denn kurz vor der Grenze weicht der Asphalt einer an Schlaglöchern und Pfützen reichen Schotterpiste.

Der Grenzübergang nach Argentinien gleicht einem breiten Feldweg.
Der Grenzübergang nach Argentinien gleicht einem breiten Feldweg.

Später lesen wir, dass der südliche Grenzübergang bei Rio Turbio über eine durchgehend asphaltierte Straße verfügt. Im Schneckentempo meistern wir aber die schlechte Straße. Wir sind froh, dass unser Mietwagen bereits vorher schon über etliche Kratzer und Beulen verfügt, so dass wir da nicht viel verschlimmern können. Die Straße geht jetzt durch eine meist recht ebene karge Landschaft, die durch ihre Weite beeindruckt. In alle Richtungen sieht man bis zum Horizont keine Spuren von Menschen, abgesehen von der Straße, auf der wir uns befinden. Nach mehr als fünf Stunden Fahrt erreichen wir El Calafaté. Dort haben wir eine schöne Wohnung mit Blick auf den Lago Argentino.

Der Blick über Patagoniens endlose Weite.
Der Blick über Patagoniens endlose Weite.

Der Perito Moreno Gletscher

Von El Calafaté sind es noch etwa 1:30 h bis zum Perito Moreno Gletscher. Wir fahren Morgens, um 7 Uhr los, um möglichst vor dem großen Touristenansturm am Gletscher zu sein. Am Eingang des Nationalparks, der um 8 Uhr öffnet, warten allerdings schon einige Leute. Am Gletscher ist es dann trotzdem noch leer. Im Morgenlicht schimmert das Eis in verschiedensten Blautönen. Es ist ein wunderschöner Anblick. Auch die Geräusche des Gletschers sind sehr interessant. Ständig knackt und knirscht es. Ein lautes Krachen ertönt, wenn nur kleine Eisbrocken abbrechen. Mehrmals sehen wir auch größere Eisbrocken abbrechen, ein beeindruckendes Schauspiel. Dieser Gletscher ist auf jeden Fall der schönste, den wir auf unserer Reise gesehen haben. Bislang ist er auch noch kaum geschrumpft. Wir hoffen, dass er aufgrund seiner enormen Größe dem Klimawandel noch etwas Stand halten kann.

Einige Fotos des beeindruckenden Gletschers.

Farbenfrohe Sonnenuntergänge

Die Tage in El Calafaté haben farbenfrohe Sonnenuntergänge zu bieten. Besonders am Abend des 8. März sehen wir ein farbenprächtiges Schauspiel. Mehrstöckige Föhnwolken hängen am Himmel und werden von der untergegangenen Sonne in kräftigen Rottönen beleuchtet. Gleichzeitig geht am gegenüberliegenden Horizont der Vollmond auf. Das ist wieder mal so ein Moment, der sich auf Bildern nur schwer festhalten lässt.

Die jüngste Siedlung Patagoniens

Wir fahren weiter nach Norden, nach El Chaltén. Die Siedlung wurde erst 1985 gegründet. Sie liegt zu Fuße der Berge Cerro Torre und Fitz Roy. Man sieht direkt, dass es ein reiner Touristenort ist. Es gibt unzählige Hotels und Hostels und viele Restaurants. Zu langen Wanderungen haben die Kinder mittlerweile aber keine Lust mehr. Also machen wir nur eine kürzere Wanderung zum Mirador Cerro Torre, von dem wir auch einen schönen Ausblick haben. Danach besichtigen wir noch den Wasserfall Chorillo del Salto, an dem die Kinder viel Spaß beim Klettern über die im Wasser liegenden Felsen haben.

Auf dem Weg nach El Chalten.
Auf dem Weg nach El Chalten.

Damit endet unser Abstecher nach Patagonien. Über Punta Arenas geht es nun in den Norden Chiles, in die trockenste Region der Erde.

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